StoREgio Energiespeichersysteme

Studie: Innovative Geschäftsmodelle für Energiegenossenschaften

Innovative Geschäftsmodelle für Energiegenossenschaften

Energieeffizienz, Nahwärme Plus und E-Mobilität sind lohnenswerte künftige Geschäftsmodelle von Energiegenossenschaften. Durch Diversifizierung der Geschäftsfelder, Kooperationen und weitere Professionalisierung können Energiegenossenschaften erfolgreich Wandel in die Zukunft vollziehen.

Energiegenossenschaften können zu wesentlichen Akteuren einer dezentralen Energieversorgung mit erneuerbaren Energien werden. Von entscheidender Bedeutung für ihren Erfolg wird sein, wie gut sie neue Geschäftsmodelle umsetzen. Dies ist das Fazit der aktuellen Studie „Geschäftsmodelle für Bürgerenergiegenossenschaften. Markterfassung und Zukunftsperspektiven“.

Das Netzwerk Energiewende Jetzt e.V., die 100 prozent erneuerbar stiftung und StoREgio Energiespeichersysteme e.V haben die Studie im Auftrag der Energieagentur Rheinland-Pfalz und des Landesnetzwerkes Bürgerenergiegenossenschaften Rheinland-Pfalz e. V. erarbeitet. Dafür haben die Autoren in einer ausführlichen Markterfassung und in Experteninterviews zwischen Juni und Oktober 2015 zukunftsfähige Geschäftsmodelle identifiziert. Ein besonderes Augenmerk lag auf neuen, wenig verbreiteten Konzepten sowie aktuellen und zukünftigen Handlungsmöglichkeiten für Energiegenossenschaften.

Im Geschäftsfeld Photovoltaik bieten Direktverbrauch, Pachtmodelle sowie Mieterstrom bieten wirtschaftlich attraktive Möglichkeiten, günstig Ökostrom direkt vom Dach zu liefern. Liefern Energiegenossenschaften als Energieversorger Strom, runden sie das Angebot für ihre Mitglieder ab. Gibt es hier schon praktische Erfahrungen, ist die Elektromobilität noch weitgehend unerschlossen, so die Autoren der Studie. Dabei bietet sich die Verbindung von Verkehrs- und Energiewende an. Die Batterien von Elektro-Autos können überschüssigen, dezentral erzeugten Strom von erneuerbaren Energien speichern. Gerade in ländlichen und touristischen Regionen haben Energiegenossenschaften
gute Chancen für E-Mobilitätsprojekte, wie das Projekt Weilermobil in Pfalzgrafenweiler
im Schwarzwald zeigt.

Eine wachsende Zahl an Energiegenossenschaften möchte mit Contractingmodellen die zweite Säule der Energiewende, die Energieeffizienz, erschließen. Sie zielen dabei mit kleinen Unternehmen, Vereinen und Kommunen auf einen Markt, der von privatwirtschaftlichen Contractoren bisher kaum bearbeitet wurde. Schließlich sieht die Studie in „Nahwärme plus“-Konzepten ein erweiterbares Geschäftsmodell. Beispiele sind die Nutzung industrieller Abwärme, bio-solare Nahwärme bis hin zu Quartierslösungen.

Bei der Dezentralisierung der Energieversorgung weisen Energiegenossenschaften laut Studie drei Stärken auf: Regionalität, Transparenz und Gemeinschaftlichkeit. Besonders die regionale Verankerung, die direkte Beziehung zu den Menschen in der Region und das aktive Mitgestalten der Mitglieder könnten zum wichtigen Vorteil im Wettbewerb werden. Die Studie ermittelte verschiedene Entwicklungstrends, mit denen Energiegenossenschaften den erfolgreichen Wandel in die Zukunft vollziehen können. Die Diversifizierung ihrer Geschäftsbereiche, Kooperationen, die weitere Professionalisierung und das konsequente Nutzen ihrer Stärken.